Liebes Bier | Teil 1

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Die Landpartie: Liebes Bier | Teil 1

Liebes Bier | Teil 1

von: Olaf Wirths am: 04.04.2022

Mein liebes Bier, nun endlich habe ich einen Anlass gefunden dir meine Zuneigung zu bekunden. Schon lange denke ich darüber nach, wie und wo ich am besten beginnen sollte, wenn ich diese Zeilen an dich richte. Du bist uns Menschen nun schon mehr als 13.000 Jahren bekannt und es verfestigt sich in der Wissenschaft immer mehr die Meinung, dass du ein wesentlicher Grund dafür bist, warum wir im Neolithikum vom Jäger und Sammler, zum Bauern und Hirten wurden.

Die älteste Kultur der Welt, die Sumerer, schrieben bereits vor 5000 Jahren im ersten Epos der Menschheit, dem Gilgamesch Epos, dass Bier und Brot uns zu kultivierten Menschen mache. Es steht geschrieben, dass der Wilde, Enkidu, Brot aß und sieben Krüge Bier trank und zum Menschen ward. Die Babylonier produzierten 1800 v. Chr. bereits zwanzig verschiedene Biere und die älteste Bierschankordnung wird im Codex Hammurabi erwähnt.

In Ägypten wurden die Arbeiter bei den Bauten der Pyramiden mit Bier und Brot entlohnt und die Thraker und Kelten brachten dich bis ins heutige Europa. Bei den Kelten wurde den Frauen als Mitgift stets der kupferne Braukessel überreicht, welcher „Camba“ genannt wurde. Schon damals wussten die Menschen, dass dir ein Geheimnis innewohnt, welches dich von einem alltäglichen Getränk, in einen göttlichen Trank verwandelt.

Die Germanen schrieben diese Wandlung dem Speichel Odins zu. Für die Ägypter war es der Grund, Bier immer in der Nähe der Backstuben zu produzieren. Das galt auch für die Mönche des Mittelalters, welche in Ihren Braustätten unter Zugabe der „Gottesgabe“, ihrer Würze zur Gärung abgeschöpften Schaum des letzten Bieres zugaben. In der Zeit der Hanse warst du wichtiges Handelsgut und man weiß davon zu berichten, dass Starkbiere aus der Stadt Einbeck bis nach Alexandria in Ägypten geliefert wurden.

Durch den 30-jährigen Krieg kam es dann zu weitreichenden Veränderungen und Umbrüchen. Bayern, das aufgrund des ehemaligen römischen Einflusses, bis dahin eher als Weinland galt, hatte mit klimatischen Veränderungen zu kämpfen und nutze seine Chance als einer der Profiteure des 30-jährigen Krieges großflächig Hopfen anzubauen. Hildegard von Bingen hatte die Vorzüge dieser Pflanze für die Beständigkeit des Bieres entdeckt und die Mönche verhalfen dem Hopfen durch Ihre Klosterbrauereien als Beigabe zum Bier zum Durchbruch. Ab dem 15. Jahrhundert begann sich, ausgehend von Bayern, die Kenntnis der kalten Gärung zu verbreiten und die heute dominierenden Lagerbiere begannen ihren Siegeszug. Wertes Bier, seit wir uns begegnet sind, hat sich einiges verändert, aber die Liebe zu dir ist beständig.

Ich will dir den Anlass meiner Worte nicht vorenthalten, denn ich möchte von einer Bierreise von Bamberg bis nach Prag berichten. Vor allem aber von einer einzigartigen Brauerei mit Biererlebniswelt und Biererlebnisgastronomie, welche deinen Namen trägt: „Liebesbier“. Auf der einwöchigen Reise „Bayern, Böhmen und das Bier“, besuchen die Gäste der Landpartie unter anderem auch die Kulturmetropole Bayreuth. Weltberühmt ist die Stadt durch die alljährlich im Festspielhaus auf dem Grünen Hügel stattfindenden Richard-Wagner-Festspiele.

Doch Bayreuth ist auch Heimat der 1887 gegründeten Brauerei Gebrüder Maisel. Erfahrung mit dem Bierbrauen hatten die beiden Brüder Hans und Eberhardt, stammten sie doch aus einer Familie, in der das Bierbrauen schon seit Jahrzehnten zum Alltag gehörte. Die Maisel-Brüder hatten ein feines Gespür für den Geschmack der Leute, aber auch für den Vertrieb. Sie brauten ein handwerkliches Bier in industriellem Maßstab und schafften es, dieses Bier weit über die Grenzen der Stadt zu vermarkten.


Hier erfahren Sie mehr zur geführten E-Bike Reise "Bayern, Böhmen und das Bier".

Bilder © Ulla Scherzer / Don Caruso

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